| Musiktherapie: |
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Fragen an den Musik-Therapeuten Dr. Martin Silberhorn:
Aus
vielen Patienten-Mitteilungen und aus eigener Erfahrung weiß ich,
daß Musik »ein Königsweg« ist zur eigenen Emotionalität:
Musik kann trösten, sie kann uns Kraft geben, eine gute Stimmung
noch lebendiger zum Ausdruck bringen, in der Trauersituation uns auffangen....
Es gibt in meiner Praxis einer fortlaufende halboffene Gruppe »Musiktherapie rezeptiv«: Regelmäßig einmal im Monat finden sich bis 8 Patienten für die Dauer von 120 Minuten ein und nutzen dann die Möglichkeit, eigenes Musikmaterial (heutzutage vorzugsweise auf CD) mitzubringen, der Gruppe vorzustellen, während dann die Gruppe eigene Assoziationen, Interpretationen, Gefühle mitteilt... Ich selbst bin immer auch erstaunt, wie (oft auch unterschiedlich) Menschen reagieren auf Musikstücke, auch wenn aus dem Praxismusikarchiv Stücke präsentiert werden, die nach meinem Empfinden dann eine eine bestimmte überragende emotionale Aussage enthalten...
Keineswegs:
Es kann Mozart oder Händel (»What passion cannot Music raise
and quell?«) sein, aber auch Van Morrison (»Music lifts you
up«), oder eben Jazz oder experimentelle Musik: Beim Jazz können
wir im Falle einer gesungenen Ballade wie auch bei einer Opernarie sehr
klar unterscheiden, ob neben Musikalität auch ein echter, überzeugender
emotionaler Ausdruck gefunden wurde: Und wenn ja, welcher! Immer wieder
lege ich auch gerne ein Stück von Rolf Beydemueller auf.
Man
kann natürlich auch mit den kleinen Transistor Radio Mozart hören,
mit einer sogenannten Consumer-HiFi Anlage hört man dann etwas anderes,
die Sinne werden unmittelbarer und intensiver angesprochen, und, erst
wollte es nicht glauben, aber seit Jahren bin ich davon überzeugt,
daß aufwendigere technische Ausstattungen (aus dem sogenannten audiophilen-High-End-Bereich)
wirklich erst eine authentische
Musikwiedergabe ermöglichen und keineswegs etwa nur ein »Hörvergnügen«:
Die strahlende Echtheit von Musik, Klang, die Differenz zwischen unverfälschtem
Ton, klingender Musik einerseits, und der Stille andererseits...: »Aktive
Musiktherapie«
(mit Digital-Piano, Blasinstrumenten, auch mit Kochlöffel, auch mit
mitgebrachten Instrumenten oder Utensilien) hat sich in meiner Praxis
auch bewährt bei insbesondere kommunikations-gestörten Patienten,
hier gerade wieder bei verschiedenen psychosomatischen Krankheitsbildern:
Patienten teilen nach einer Gruppeimprovisation mit, was sie empfunden
haben. Und sie vergleichen, ob andere das verstanden haben, was sie selbst
zum Ausdruck bringen wollten. Und man kann dann ganz überrascht sein,
wenn man anschließend die Aufnahme (heute meist über DAT- Rekorder
aufgenommen) in die Diskussion mit einbezieht |
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